Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Elf Einbürgerungsgeschichten stehen im Zentrum des Buches «Schweizer:in werden: Eingebürgerte erzählen», herausgegeben von Francesca Falk, Cenk Akdoganbulut und Matthias Maurer Rueda. Die Forschenden und Studierenden dokumentieren persönliche Erfahrungen und ergänzen damit die bisher vor allem auf Behördenquellen gestützte Forschung. Ein kürzlich in Bern eingebürgerter Autor blickt durch die Lektüre neu auf sein eigenes Verfahren und seine privilegierte Stellung als weisser europäischer Akademiker. Die geschilderten Erfahrungen reichen von der Ablehnung eines Gesuchs durch eine Gemeinde bis zu Fragen nach Religion oder dem Freundeskreis. Daniela Pompizii musste 1990 für ihre Einbürgerung einen Hausbesuch über sich ergehen lassen; Gülten Akgünlü erinnert sich an eine belastende Gemeindeabstimmung. Laut den Buchautorinnen und -autoren erfüllen 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz die nationalen Einbürgerungskriterien, während sich zuletzt jährlich rund 40’000 einbürgern liessen. Hohe Kosten und Angst vor Willkür können abschrecken. Der Autor plädiert für transparente Kriterien und die Beteiligung Eingebürgerter in Einbürgerungskommissionen.