Themen: Kultur/Feuilleton, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Kolumne kritisiert einen beschleunigten Wandel der Schriftsprache, der nach Ansicht der Autorin Verständlichkeit und präzise Bedeutung gefährdet. Sprachliche Veränderungen, Vereinfachungen und Einflüsse anderer Sprachen seien grundsätzlich legitim, müssten aber dort Grenzen finden, wo sie unverständlich oder sinnentstellend würden. Bemängelt werden insbesondere das historische Präsens in politischer Berichterstattung, das bei mehreren Zeitebenen verwirren könne, sowie Fehler bei grammatischen Fällen. Als Beispiel wird der SBB-Slogan «Ein Tick besser. Ein Tick grüner» angeführt. Auch die schriftliche Übernahme englischer Begriffe und die verbreitete Verwendung von «würde» als Übertragung von «would» stehen in der Kritik. Als Ursache der Erosion nennt die Autorin die grosse Menge kaum redigierter, quasi-mündlicher Texte in elektronischen Medien. Hinzu kämen mangelhafte maschinelle Übersetzungen und KI-generierte Inhalte. Sie plädiert dafür, dass Sprachprofis sich stärker an sprachlichen Regeln orientieren.