Themen: Gleichstellung, Migration/Asyl, Geopolitik
Regionen: International, Westasien, Europa
Die EU-Kommission verhandelt mit den Taliban über die Abschiebung abgewiesener afghanischer Asylsuchender und betont, dies bedeute keine diplomatische Anerkennung des Regimes. Fawzia Koofi, frühere afghanische Parlamentsabgeordnete und Präsidentin der Exilorganisation Women for Afghanistan, kritisiert die Einladung dennoch scharf. Sie wertet sie als falsches Signal angesichts der Menschenrechtslage und als mögliche Ermutigung für die Taliban, die Rechte von Frauen und Mädchen weiter systematisch zu verletzen. Seit ihrer Machtübernahme erliessen die Taliban zahlreiche Vorschriften, die Frauen aus dem öffentlichen Leben drängen und ihre Freiheitsrechte beschränken. Koofi verweist unter anderem auf erschwerte Scheidungen und den ihrer Ansicht nach unzureichenden Schutz vor häuslicher Gewalt. Sie fordert, Geschlechter-Apartheid im internationalen Recht als Straftatbestand anzuerkennen und Verantwortliche vor dem Internationalen Strafgerichtshof zur Rechenschaft zu ziehen. Symbolische Solidarität genüge afghanischen Frauen nicht.