Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
In Israel treten bei den Parlamentswahlen am Dienstag 38 Listen an; es sind die ersten Wahlen seit dem 7. Oktober. Das Land bildet eine einzige Wahlregion. Parteien unterschiedlicher säkularer, religiöser, nationalistischer, arabischer und linker Ausrichtung erhalten bei mindestens 3,25 Prozent der Stimmen Sitze in der 120-köpfigen Knesset, entsprechend ihrem Stimmenanteil. Gewählt sind die Kandidierenden an der Spitze ihrer vor der Wahl festgelegten Listen. Das Verhältniswahlsystem ermöglicht eine breite parlamentarische Vertretung, fördert jedoch zugleich die politische Zersplitterung und die Notwendigkeit von Koalitionen. Der Politologe Alon Yakter verweist auf gesellschaftliche Teilungen, die sich im Parteiensystem spiegeln. So sei der Anteil ultraorthodoxer Menschen von einst vier Prozent auf über 14 Prozent der Bevölkerung gestiegen.