Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
UBS-Chef Sergio Ermotti erhöht vor dem Entscheid des Ständerats über die Lex UBS den Druck auf Politik und Behörden. Er wendet sich gegen die geforderten zusätzlichen Kapitalvorgaben für die Grossbank und warnt, zwei «blaue Augen und eine gebrochene Nase» seien zu viel. Ermotti macht Finma und Schweizerischer Nationalbank für einen Teil des unkontrollierten Untergangs der Credit Suisse verantwortlich. Die Nationalbank habe die Probleme der CS ignoriert, obwohl sie sich laut ihm spätestens seit 2019 in einer schwierigen Lage befunden habe. Das Eigenkapital des CS-Stammhauses habe zeitweise zu mehr als der Hälfte aus regulatorischen Konzessionen und Übergangsregelungen bestanden. Für Handels-Tochterbanken in London und New York will Ermotti lediglich 50 Prozent hartes Eigenkapital vorsehen; den Rest könnte die UBS über AT1-Wandelanleihen abdecken. Kritiker befürchten, die Kapitalregelung reiche in einer Krise nicht. Der Kommentar hält Ermotti vor, mit wenig Kapital hohe Renditen und Boni anzustreben, während im Ernstfall Steuerzahlende hafteten.