Prometheus: Der unabhängige Medienspiegel der Schweiz

Seite wird geladen …

Zum Inhalt springen
Zurück zur Übersicht

Erst kassieren, dann attackieren: Angriff der Chemie-Lobby auf den EU-Emissionshandel

Correctiv Schweiz
Erst kassieren, dann attackieren: Angriff der Chemie-Lobby auf den EU-Emissionshandel

Themen: Klima&Energie, Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik

Regionen: International, Europa

Die EU-Kommission entscheidet Mitte Juli über die Reform des europäischen Emissionshandels. Chemiekonzerne wie BASF und der Branchenverband CEFIC verlangen milliardenschwere Entlastungen, darunter einen Stopp des Auslaufens kostenloser CO2-Zertifikate und der laufenden Benchmark-Anpassungen. CEFIC-Lobbyisten trafen in den ersten sechs Monaten des Jahres mindestens 44-mal Vertreter der Kommission. BASF erhielt seit 2013 kostenlose Zertifikate im Wert von 4,7 Milliarden Euro und erzielte weitere 800 Millionen Euro aus dem Zertifikatehandel. Unterstützung erhält die Branche laut den vorliegenden Unterlagen auch aus Deutschland: Formulierungen aus Positionspapieren des Chemieverbandes VCI finden sich nahezu wortgleich in der Chemieagenda 2045 der Bundesregierung. Umweltverbände und Unternehmen wie Saarstahl, die in klimafreundliche Produktion investiert haben, warnen vor einer Schwächung des Systems. Das DIW sieht die Hauptprobleme der energieintensiven Industrie bei Energiepreisen, Handel, Infrastruktur und unsicheren Investitionsbedingungen, nicht im Emissionshandel.

Correctiv

Zum Originalartikel