Themen: Kultur, CH-Politik, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Das Musikbüro Basel steht wegen personeller Überschneidungen zwischen seinem Vorstand und Empfängerinnen oder Empfängern von Fördergeldern in der Kritik. In Jahresberichten finden sich Fälle, in denen Vorstandsmitglieder oder deren Projekte Förderungen erhielten. Das Musikbüro verteilt jährlich rund 400'000 Franken aus Mitteln der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Die Institution verweist auf Ausstandsregeln für Jurymitglieder und darauf, dass die Mitgliederversammlung 2023 bestätigte, dass auch Vorstandsmitglieder Gesuche stellen dürfen. Andernfalls seien aktive Musikerinnen und Musiker kaum für die ehrenamtliche Vorstandsarbeit zu gewinnen. Der Zeitpunkt ist politisch brisant: Der Grosse Rat berät eine Teilrevision des Kulturfördergesetzes, welche die Delegation einzelner Förderaufgaben an externe, szenenahe Organisationen formell absichern soll. Vertreterinnen von Kommission und Präsidialdepartement erwarten mehr Rechtssicherheit, Transparenzpflicht, Gleichbehandlung und Rekursmöglichkeiten. Die Kritik wirft zugleich die Frage auf, ob Aufsicht und Transparenzregeln bei solchen ausgelagerten Aufgaben verschärft werden müssen.