Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: International, China
Iacopo Adda zeichnet in «Péril jaune» nach, wie sich westliche Stereotype über China von der Antike bis zu ihrer breiten Verbreitung im 19. Jahrhundert verfestigten. Noch heute würden Medien und Populärkultur Ängste vor China mit Bildern militärischer Invasion, kultureller Überfremdung oder einer homogenen, bedrohlichen Masse bedienen. Filme, Romane, Comics und Spiele reduzierten Chinesinnen und Chinesen häufig auf mächtige, verschlagene, stumme oder sexualisierte Figuren. Die kritische Anerkennung der Schauspielerin und Regisseurin Shu Qi soll diesen Blick aufbrechen. Ihr erster Spielfilm «Girl» erzählt subtil von väterlicher Gewalt und Verletzungen in der Kindheit und verbindet die persönliche Geschichte mit dem umfassenderen Problem patriarchaler Gewalt. Damit zeige Shu Qi ein China aus einzelnen Menschen mit widersprüchlichen Erfahrungen statt eine uniforme Gesellschaft. Weibliche Emanzipation erscheine als universelles Thema, das einen kulturellen Dialog zwischen China und dem Westen ermögliche.