Themen: Kultur, Gleichstellung, Gesellschaft
Regionen: International, China
Shu Qi, 50, präsentiert mit «Girl» ihren ersten Spielfilm als Regisseurin. Das im Taiwan der 1980er-Jahre angesiedelte, teilweise autobiografische Drama erzählt von einer Jugendlichen, die sich aus einem gewalttätigen Elternhaus befreien will. Bei der Mostra von Venedig wurde der Film am 4. September 2025 uraufgeführt; am 26. September erhielt Shu Qi in Busan den Preis für die beste Regie. «Girl» wurde zehnmal für die Golden Horse Awards nominiert und kam im August in die Schweiz. Die in Taiwan geborene und in Hongkong lebende Künstlerin schildert einen alkoholkranken, gewalttätigen Vater, eine Mutter im Haushalt und die Bevorzugung ihres Bruders. Mit 15 Jahren verliess sie ihr Elternhaus. Rund 30 Prozent der Filmhandlung seien mit ihrem Leben verbunden, der Rest sei Fiktion. Shu Qi sieht Fortschritte bei weiblicher Selbstbestimmung, verweist aber auf anhaltende Gewalt in Familien. Ihr Film soll junge Frauen ermutigen, unerträgliche Abhängigkeiten zu verlassen. Als nächstes plant sie «Woman» und «Lady».