Themen: Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Forschende der ETH Zürich haben mit Computeranalysen und dreidimensionalen Simulationen Hinweise darauf erarbeitet, dass die Venus bis heute tektonisch aktiv ist. Das Team um den Geodynamikprofessor Taras Gerya modellierte anhand gemessener Daten Grabenbrüche auf der Venus erstmals hochaufgelöst in drei Dimensionen. Die Simulationen zeigen, dass sich Riftflanken bei jüngeren geologischen Bewegungen auftürmen. Damit lassen sich beobachtete Oberflächenveränderungen als geologisch jung deuten und die bisherige Annahme einer inaktiven Venus infrage stellen. Rund 8 Prozent der Venusoberfläche sind von Riftzonen bedeckt; einzelne davon erreichen etwa 40 Kilometer Länge. Aufnahmen der Magellan-Sonde aus den 1990er-Jahren stützen die Simulationen. Die Studie erschien in «Nature Geosciences». Für die ESA-Mission EnVision, die Anfang der 2030er-Jahre starten soll, entwickeln Gerya, ETH-Professor Paul Tackley und Kooperationspartner Messinstrumente für einen Venus-Orbiter.