Themen: Innen-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Tessin
Am Bundesstrafgericht in Bellinzona hat der Prozess gegen einen ehemaligen SBB-Mitarbeiter begonnen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen vor, über Scheinfirmen und fingierte Rechnungen für nicht erbrachte Leistungen zusammen mit vier Komplizen rund 8,7 Millionen Franken zulasten der SBB erlangt zu haben. Wegen der 15-jährigen Verjährungsfrist umfasst das Verfahren nur Taten ab dem 1. April 2011; der geltend gemachte Schaden beläuft sich damit auf rund 5 Millionen Franken. Die SBB verlangen als Privatklägerin dessen Rückerstattung. Der Beschuldigte soll seine Doppelrolle im SBB-System genutzt haben, um Bedarfe vorzutäuschen und Bestellungen auszulösen. Laut Bundesanwaltschaft finanzierte er unter anderem Häuser in Solothurn und Florida, Luxusautos sowie eine Waffensammlung. Angeklagt sind wiederholte ungetreue Amtsführung, gewerbsmässiger Betrug, qualifizierte Geldwäscherei, Urkundenfälschung und ein Verstoss gegen das Waffengesetz. Der Prozess soll drei Tage dauern.