Themen: Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Der Abbruch des deutschen Kriegsschiffprojekts F126 könnte zu milliardenschweren Schadenersatzforderungen führen. Die betroffenen Werften prüfen laut vorliegenden Informationen Ansprüche gegen das Beschaffungsamt der Bundeswehr; dabei könnten auch Zulieferer entschädigt werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte das Projekt vor wenigen Wochen beendet. Ursprünglich sollten sechs Fregatten des Typs F126 entstehen, die als kampfstärkste Schiffe der deutschen Marine vorgesehen waren. Die Damen-Werft bezeichnet die Entscheidung in Schreiben an Verteidigungsministerium und Beschaffungsamt als überstürzt, willkürlich und rechtlich unbegründet. Bis kurz vor Projektende sei ihr signalisiert worden, der Bau werde fortgesetzt. Das Ministerium erklärt dagegen, die Vertragsbeendigung sei nach intensivem Austausch auf Grundlage vertraglicher Rechte erfolgt; unberechtigte Forderungen würden abgewehrt. Pistorius begründet den Schritt mit Schlechtleistung des Auftragnehmers und nennt mögliche Gegenansprüche des Bundes von rund 2,3 Milliarden Euro. Für das Projekt sollen bereits zwei Milliarden Euro geflossen sein.