Themen: Gesellschaft, KI/Digital
Regionen: International, Europa
Gianni Righinetti verurteilt die Gewalt und Zerstörungen bei jüngsten Ausschreitungen in Mailand und Paris, die sich auch andernorts wiederholen könnten. Er fragt nach den teils sehr jungen Beteiligten, deren Profil sich weder eindeutig rechts noch links einordnen lasse. In Mailand hätten sich vor allem führungslose Gruppen von einer sozialen Demonstration abgespalten; soziale Netzwerke seien ihr wichtigster Bezugspunkt. Videos auf Instagram hätten selbst Dreizehnjährige ins Zentrum gelockt. Unter den Gruppen seien auch studentische Kollektive, soziale Zentren und antifaschistische Komitees gewesen. In Paris seien dagegen Teile der radikalen Linken und Black Blocs präsent gewesen, neben opportunistischen Straftätern. Von über 270 in Mailand in zwei Tagen auf Polizeiwachen gebrachten Jugendlichen seien 80 Prozent minderjährig gewesen, darunter Elf- bis Dreizehnjährige. Righinetti deutet die Gewalt, Plünderungen und deren Inszenierung in sozialen Medien als Ausdruck eines Bruchs in Lebensperspektiven und kritisiert zugleich die einseitige Zuschreibung von Misserfolgen an die Gesellschaft.