Themen: KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Medien- und Kulturwissenschaftler Simon Strick untersucht in seinem Buch «Faschisierung» das Zusammenspiel von Digitalisierung und Rechtsextremismus. Rechte Dominanz im Netz lasse sich weder allein mit Algorithmen noch mit besonders geschickter Kommunikation erklären. Plattformgestaltung, Nutzungskulturen, Kapitalinteressen und die Vorstellung des Internets als Raum vermeintlich unkorrekter Rede wirkten zusammen. Strick versteht Faschisierung als gesellschaftlichen Prozess, in dem sich menschenfeindliche und autoritäre Muster über extremistische Kreise hinaus verbreiten. Als Beispiele nennt er die Verhöhnung von «Queers for Palestine» und das rechtsextreme Meme «Clown World». Donald Trumps Regierung beschreibt er als Contentmaschine, die Gewalt und Abschiebungen zum Spektakel mache. Klassische Medien könnten rechten Inhalten zusätzliche Reichweite verschaffen, wenn sie deren digitalen Kontext nicht verstünden. Faktenchecks könnten Verschwörungstheorien im Netz sogar interessanter machen. Als Ansatz für Widerstand sieht Strick lokale Graswurzelbewegungen, die konkrete Erfahrungen teilen und sich auch digital vernetzen.