Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Südamerika
Der brasilianische Senator Flávio Bolsonaro erkennt an, keine Beweise für Wahlbetrug zu haben, zweifelt aber weiterhin seine Niederlage gegen Luiz Inácio Lula da Silva bei der Präsidentschaftsstichwahl vom 25. Oktober an. In einem Interview mit Folha de S.Paulo sagte er, weder er noch Lula könnten mit absoluter Sicherheit sagen, wer gewählt worden sei. Zugleich behauptete er, Untersuchungen seien in Brasilien verboten. Bolsonaro hält den Stimmenzuwachs Lulas im zweiten Wahlgang für mathematisch nicht erklärbar. Seine Liberale Partei will die Aufhebung der Kandidatur Lulas und von Vizepräsident Geraldo Alckmin wegen mutmasslichen Missbrauchs wirtschaftlicher Macht beantragen. Sie beanstandet im Wahlkampf beschlossene oder versprochene Sozialmassnahmen. Bolsonaro lebt seit der Wahl in Miami und wollte nicht offenlegen, wer den Umzug organisierte und finanzierte. Für 2030 erklärte er sich zu einer erneuten Kandidatur bereit, sofern seine Partei zustimmt. Falls sein Vater Jair Bolsonaro seine politischen Rechte zurückerhält, würde er diesen unterstützen.