Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Rund 15 Personen haben im Schulhaus Rinderwald Wolle für die Reproduktion des historischen Frutigtuchs gesponnen. An drei Spinnnachmittagen entstanden insgesamt 1700 Gramm Garn, genug für knapp zwei Trachtenjupes bei einem Stoffgewicht von 350 Gramm pro Quadratmeter. Verarbeitet wurde Wolle des Walliser Schwarznasenschafs, die jener des ausgestorbenen Frutigschafs vermutlich ähnelt. Für Kett- und Schussgarn wurden unterschiedliche Haaranteile verwendet. Jakob Pieren bereitete mit Unterstützerinnen und Unterstützern den Zettel für eine Köperbindung vor und unternahm erste Webversuche. Das Muster wurde sichtbar, doch abstehende Härchen erschwerten den Lauf des Schiffchens. Das Besengen der Härchen und eine Mehlpampe zum Schlichten verbesserten die Verarbeitung, lösten das Problem aber nicht vollständig. Pieren will nun mit geringerer Kettdichte und feiner gesponnener Wolle weiterarbeiten, auch auf einem Industriewebstuhl in Gümligen. Nach Abschluss der Versuche soll mit der Kulturgutstiftung Frutigland über eine Produktion entschieden werden.