Themen: Kultur/Feuilleton, Technologie
Regionen: International, Europa
Mechanische Schreibmaschinen waren über ein Jahrhundert zentrale Werkzeuge für formellen Schriftverkehr, Literatur und Büroarbeit. Der Autor schildert ihre besondere Arbeitsweise: Jeder Anschlag hinterlässt dauerhaft eine Spur, Fehler lassen sich nur mit Korrekturmitteln beheben, und Blindschreiben verlangt Konzentration. Mit Personal Computer, Smartphones und digitalen Druckern verschwanden die Geräte weitgehend aus Büros und Amtsstuben; 2003 wurden sie aus dem Verbraucherpreisindex gestrichen. Im Mittelpunkt steht die Marke Olympia, deren Wurzeln von der AEG-Mignon über die Olympia Werke bis zur Standardschreibmaschine reichen. Olympia war zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren einer der bedeutendsten europäischen Büromaschinenhersteller und beschäftigte 1970 über 20'000 Personen. Missmanagement und Fehler bei der Digitalisierung führten zum Niedergang; 1992 endete die Produktion. Schriftsteller und Filmschaffende wie Paul Auster, Don DeLillo, Daphne du Maurier und Woody Allen arbeiteten mit Olympia-Maschinen. Für Sammler und frühere Beschäftigte bleiben sie technische und kulturelle Erinnerungsstücke.