Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Demokratie
Regionen: International, Westasien
Nach Angriffen israelischer Siedler auf Palästinenser in den Westjordanland-Dörfern Qusra und Jalud verurteilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Isaac Herzog die Gewalt öffentlich. In Jalud wurden auch Mitarbeitende von NBC News verletzt; die Sichtbarkeit dieses Falls gilt als möglicher Grund für die ungewöhnlich deutlichen Reaktionen. Der Kommentar argumentiert, die Verurteilungen änderten an der fortgesetzten Gewalt und an der Unterstützung oder Duldung durch israelische Sicherheitskräfte nichts. Als Beispiel nennt er den britischen Aktivisten Finn Joughlin, der nach einem Übergriff durch Siedler von der Polizei festgenommen, angeklagt und abgeschoben worden sei. Zugleich verweist der Text auf Kritik ehemaliger israelischer Generäle, Geheimdienstvertreter und weiterer prominenter Personen, die die Gewalt im Westjordanland als Gefahr für Israels Demokratie und Sicherheit beurteilen. Der Autor hält einen grundlegenden Politikwechsel dennoch für unwahrscheinlich und interpretiert offizielle Stellungnahmen vor allem als Imagepolitik.