Themen: Gesundheit, Leben, Technologie
Regionen: Schweiz, Tessin
Simone Gibertoni, CEO der auf Präventiv- und Langlebigkeitsmedizin spezialisierten Clinique La Prairie in Montreux, plädiert in Melide für einen nüchternen Umgang mit dem boomenden Markt der Langlebigkeit. In der Schweiz lag die Lebenserwartung 2024 bei 82,4 Jahren für Männer und 85,9 Jahren für Frauen; die gesunde Lebenserwartung betrug 2022 dagegen 70,7 beziehungsweise 71,1 Jahre. Gibertoni warnt davor, Laborergebnisse oder neue Technologien vorschnell als Nutzen für Menschen auszugeben. Krebs sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten blieben zentrale Risiken, weshalb medizinische Betreuung unverzichtbar sei. Sein Modell beruht auf Diagnostik, gezielter Intervention und anschliessender Kontrolle, ergänzt durch Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und psychologische Unterstützung. Entscheidend sei die Kontinuität im Alltag: Regelmässige Bewegung, genügend Schlaf und Zeit zur Stressbewältigung seien wirksamer als punktuelle Programme. Auch digitale Informationen und ChatGPT ersetzten die persönliche medizinische Begleitung nicht.