Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Clownerin gardiZERO erscheint eingemummelt, mit Reifrock, Pelzmuff und altem Koffer, zunächst im Dunkeln auf der Bühne. Weil sie die digitale Lichtsteuerung nicht beherrscht, hilft ihr jemand aus dem Publikum mit dem Tablet des Technikers. Danach entfaltet sie eine komische, religionsübergreifende Schöpfungsgeschichte. Sie beansprucht frech, dass der Schöpfer eine Schöpferin gewesen sei, und gewinnt sämtliche Elemente der Schöpfung aus sich selbst. Zuerst erschafft sie die Frau, die während ihres Alleinseins eine wohnliche und funktionierende Welt gestaltet. Später formt sie sich einen männlichen Begleiter. Nach einem kurzen Dunkelauftritt erscheint ein orientierungsloses Spermium, das seine Bestimmung erst allmählich erkennt. Die nötigen Accessoires hat die Figur unter ihrem Rock verborgen. Die Aufführung verbindet körperlichen Humor mit einer verspielten Umkehrung tradierter Schöpfungs- und Geschlechterbilder. «gardiZERO» ist bis 11. Oktober im Bernhard Theater Zürich zu sehen.