Themen: Kultur/Feuilleton, Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Die Art Basel spiegelt laut ihrer Direktorin Maike Cruse die fragile Weltordnung nicht nur in Kunstwerken, sondern auch in Auswahl, Kuration und Verkäufen. Der globale Kunstmarkt wuchs nach zwei schwachen Jahren gemäss Art Basel und UBS Global Art Market Report um vier Prozent auf knapp 60 Milliarden Dollar. Der Aufschwung sei jedoch von Risikoaversion geprägt: Käuferinnen und Käufer setzen vor allem auf etablierte, häufig verstorbene Künstler wie Pablo Picasso. Hauser & Wirth verkaufte ein Picasso-Spätwerk für 35 Millionen Dollar; auch kleinere Werke erzielten Millionenpreise. An der Unlimited erhielten zugleich weibliche und politisch geprägte Positionen Raum, die Gewalt, Flucht, Unterdrückung und Identität verhandeln. Kontrovers diskutiert wird der Auftritt des albanischen Premierministers Edi Rama als Künstler am Art Parcours, während er in Albanien wegen seiner Regierungspolitik unter Druck steht. Zudem rückt die Expansion der Messe nach Katar sowie die stärkere Präsenz aus Saudi-Arabien und dem Nahen Osten die Verbindung von Marktinteressen und moralischen Fragen in den Fokus.