Themen: KI/Digital, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Verein Fairmedia eröffnet am 27. Oktober mit Hatehelp eine schweizweite Beratungsstelle für Erwachsene, die online beleidigt, bedroht, belästigt oder blossgestellt werden. Das Angebot folgt auf die Schliessung von Netz-Courage, dessen Gründerin Jolanda Spiess-Hegglin die Überlastung durch Angriffe, Cybermobbing, Hatespeech, Deepfakes und Identitätsmissbrauch begründet hatte. Hatehelp wird während Aufbau und ersten zwei Betriebsjahren durch sechs kantonale Swisslos-Fonds, Stiftungen und weitere Geldgeber finanziert. Es arbeitet mit kantonalen Opferhilfestellen zusammen, berät aber weder Kinder und Jugendliche noch Opfer von Phishing oder Betrug. Fairmedia verweist auf steigende Fallzahlen und auf Eskalationen zwischen herkömmlicher Berichterstattung und sozialen Medien. Die grüne Nationalrätin Meret Schneider sieht digitale Gewalt, KI-gestützte Fälschungen und Chatbots als Gefahr für Betroffene und die demokratische Meinungsbildung. Sie fordert wirksamere Pflichten für Plattformbetreiber und lässt prüfen, ob eine staatliche Anlaufstelle oder ein Leistungsauftrag an bestehende Organisationen sinnvoll wäre. Der Digitalrechtsexperte Martin Steiger setzt dagegen primär auf besser ausgestattete Strafverfolgungsbehörden und warnt vor politischen Abhängigkeiten privater Beratungsstellen.