Themen: KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein Titeltest von Infosperber zeigt, dass einzelne populäre Reizwörter nicht automatisch mehr Leserinnen und Leser anziehen. Ein bewusst erfundener Titel über Trump, Putin, Migros und Corona erzielte keine höhere Reichweite als gewöhnliche Beiträge. Dagegen erreichte ein gleichzeitig veröffentlichter Text über einen Nord-Stream-Dokumentarfilm Rekordwerte und wurde 27-mal häufiger aufgerufen. Als Erklärung nennt die Autorin mehrere Faktoren. Reisserische Überschriften wirkten besonders dann, wenn sie gezielt Gefühle wie Staunen, Empörung oder Überraschung auslösten und mit Bildern oder emotionalen Tönen kombiniert würden. Zusätzlich verstärkten Plattformalgorithmen Beiträge, die unmittelbar nach der Veröffentlichung viele Klicks erhielten: Hohe Anfangsreichweite könne sich viral ausweiten. Kommentare und Weiterleitungen könnten zudem Angst erzeugen, etwas zu verpassen. Rasch steigende Zugriffszahlen seien allerdings nicht zwingend ein Zeichen echter Nachfrage, da automatisierte Klicks oder bezahlte Klickarbeit Reichweiten manipulieren könnten. Weshalb Nord Stream besonders viel Interesse auslöste, bleibt offen.