Themen: Umwelt, Klima&Energie, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Der Eurasische Biber gilt zunehmend als wichtiger Verbündeter gegen Folgen der Klimakrise. Seine Dämme halten Wasser zurück, schaffen Feuchtgebiete, können Hochwasser dämpfen, landwirtschaftliche Verschmutzung filtern und Lebensräume für zahlreiche Arten bieten. Nach beinahe vollständiger Ausrottung durch Jagd lebten Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit nur noch rund 1'200 Tiere; heute sind es mehr als 1,5 Millionen. In Lettland, einem Land mit besonders hoher Biberdichte, gibt es schätzungsweise 80'000 bis 100'000 Tiere. Dort kollidieren ihre Dämme jedoch mit Entwässerungsgräben, Forstwirtschaft, Feldern und Infrastruktur. Gemeinden, Forstleute und teils auch Naturschutzgruppen entfernen die Dämme regelmässig; jährlich werden 25'000 bis 30'000 Biber im Wildtiermanagement erlegt. Die Geografin Anita Zariņa betont, nicht jeder Damm könne bleiben. Entscheidend sei aber, wo Menschen den Tieren Raum geben wollen. Der Konflikt betreffe auch das gesellschaftliche Verständnis, Landschaften kontrollierbar und produktiv halten zu müssen.