Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Geopolitik
Regionen: International, Europa, Afrika
In der spanischen Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko hält eine schwere Migrationskrise an. Behörden nennen für die jüngste Ankunft zwischen 60’000 und 80’000 Menschen; die spanische Zentralregierung erklärt, fast alle seien freiwillig nach Marokko zurückgekehrt. Der Präsident Ceutas spricht dagegen von rund tausend verbliebenen Minderjährigen. Mehr als tausend Menschen aus Schwarzafrika, Sudan und Afghanistan schlafen an Stränden, weitere rund zweitausend verstecken sich in den Wäldern des Monte Hacho oder harren in Felsbuchten aus. Viele wollen auf das spanische Festland gelangen. In Algeciras treffen bereits ungefähr hundert Personen täglich ein; Schleuser verlangen bis zu 5’000 Euro für die Überfahrt. Auf spanischer Seite wurden 81 Leichen geborgen, auf marokkanischer Seite elf weitere. Madrid überwies 25 Millionen Euro für Schutz und Unterbringung Minderjähriger. Die Krise belastet zudem Spaniens Beziehungen zu anderen EU-Staaten und löst innenpolitische Konflikte aus.