Themen: Kultur, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Pyramiden auf dem norwegischen Spitzbergen-Archipel liegt vier Schiffsstunden von den nächsten bewohnten Häusern entfernt. Am Eingang erinnern ein rostiger roter Stern und ein Kohlewagen an die sowjetische Vergangenheit der heute verlassenen Bergbaustadt. Die Aufschrift auf dem Wagen bezeichnet die am 31. März 1998 geförderte letzte Tonne Kohle. Nach dem Spitzbergenvertrag von 1920 dürfen 42 Staaten die natürlichen Ressourcen des Archipels nutzen. Seit den 1930er-Jahren machten davon jedoch nur die Sowjetunion und später Russland Gebrauch. Schweden hatte die Kohlemine 1910 übernommen und sie 1926 an den jungen Sowjetstaat verkauft. Für die rasch industrialisierende UdSSR war die Förderung wichtig, weil Kohle aus Spitzbergen die schwer erreichbaren Häfen der Regionen Murmansk und Archangelsk versorgen sollte. In den 1970er-Jahren lebten in Pyramiden über tausend russische und ukrainische Einwohner; heute wohnt dort niemand mehr dauerhaft.