Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Rami Abou Jamous, Gründer der Agentur GazaPress, erhielt am 19. Mai den Nord-Süd-Preis des Europarats. In seiner per Video aus Gaza übermittelten Dankesrede schildert der palästinensische Journalist Flucht, Zerstörung, Hunger und die eingeschränkte medizinische Versorgung im Gazastreifen. Er und seine Familie mussten Gaza-Stadt im Oktober 2023 verlassen, flohen nacheinander nach Rafah, Deir El-Balah und Nusseirat und kehrten am 9. Oktober 2025 zurück. Nach seiner Darstellung sind Ausreise und Rückkehr aus Gaza nur mit seltenen Genehmigungen der israelischen Armee möglich; mehr als 20’000 Patientinnen und Patienten warteten auf medizinische Versorgung. Jamous widmet den Preis den palästinensischen Journalistinnen und Journalisten, darunter Getöteten, Verletzten, Inhaftierten und Vermissten. Er betont, lokale Medienschaffende dokumentierten den Krieg trotz eigener Gefährdung weiter. Die Rede erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel und fordert, der von Jamous als «Gazacide» bezeichnete Krieg dürfe nicht ungestraft bleiben.