Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Das Schauspielhaus Zürich wird im Kommentar wegen niedriger Besucherzahlen und umstrittener künstlerischer Entscheidungen kritisiert. Die Aufführung «Il Gattopardo» im Schiffbau war in der Spielzeit eine Ausnahme beim Publikumsinteresse und wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Dort erhielt die Inszenierung von Pina Karabulut jedoch harte Kritiken, unter anderem wegen Ausstattungsopulenz und Langeweile. Das Haus gehöre heute trotz hoher Subventionen zu den Sprechtheatern mit besonders geringer Auslastung. Als Vergleich werden das Deutsche Theater Berlin sowie die Schauspielhäuser in Bern und Basel genannt, die mit weniger Mitteln oder ebenfalls anspruchsvollem Programm höhere Auslastungen erreichten. Der Text verweist auf frühere Direktionen: Stemann und von Blomberg mussten nach 53 Prozent Auslastung gehen, während Karabulut und Sanchez laut Verwaltungsratspräsident Mühlemann bei rund 48 Prozent liegen. Kritisiert wird insbesondere der Verwaltungsrat, der die künstlerische Leitung auswählt, obwohl Theaterkompetenz für seine Mitglieder nicht zwingend verlangt werde.