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Jean Ziegler (1934–2026): Empörung und heiliger Zorn

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Jean Ziegler (1934–2026): Empörung und heiliger Zorn

Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, CH-Politik

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, International Unbestimmt

Jean Ziegler starb am 10. Juni im Alter von 92 Jahren an Parkinson. Der Soziologe, langjährige Genfer SP-Nationalrat und Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung prägte die öffentliche Debatte als Kritiker des Schweizer Finanzplatzes, globaler Wirtschaftsmacht und von Hungersnöten. Mit «Eine Schweiz – über jeden Verdacht erhaben» brach er 1976 ein Tabu über dubiose Finanzströme und die Verantwortung von Banken und Konzernen. Später befasste er sich unter anderem mit Geierfonds, Private Equity und den Folgen globaler Verschuldung. Seine Arbeit bei der Uno verband Menschenrechte mit Sozialrechten und führte zu Vorschlägen wie einem Moratorium für Biotreibstoffe sowie stärkerer internationaler Rechtshilfe gegen Wirtschaftskriminalität. Ziegler wurde in der Schweiz scharf angegriffen, genoss aber besonders im Globalen Süden hohes Ansehen. Seine polemische, oft binäre Weltsicht, unhaltbare Allianzen mit Autokraten sowie Fehler bei Zahlen und Namen blieben gewichtige Kritikpunkte.

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