Themen: Kultur, Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Das dreiteilige ZDF-Dokudrama «Aids – In Zeiten der Liebe» rekonstruiert die Geschichte der DDR-Künstler Heiko Zolchow und Dirk Nawrocki, die beide an Aids starben. Zolchow, zunächst mit einer Frau verheiratet und Vater zweier Kinder, lernte Nawrocki in Ost-Berlin kennen. 1984 durften die beiden die DDR verlassen, deren Behörden ihnen eine feindliche Haltung und «asoziale Lebensweisen» vorwarfen. Im Westen lebten sie offen als Paar und arbeiteten im Theaterumfeld. Zolchow starb 1987 nach einer Aids-Diagnose, Nawrocki 1994. Die Dokumentation verbindet Erinnerungen von Freund*innen und Weggefährt*innen mit Originalaufnahmen und nachgespielten Szenen. Sie beleuchtet auch den Umgang beider deutscher Staaten mit HIV: Während die DDR die Krankheit zunächst verdrängte, prägten im Westen teils stigmatisierende politische und mediale Debatten die Reaktion. Rita Süssmuth setzte dem mit pragmatischer Safer-Sex-Aufklärung entgegen.