Themen: Gesundheit, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Romandie
Joanne Chassot, Waadtländer Forscherin und Autorin, erkrankte mit 38 Jahren an Brustkrebs. Seither beschäftigt sie sich mit den Erzählungen, Mythen und gesellschaftlichen Vorstellungen, die die Krankheit umgeben. Sie verweist auf «Cancer Wars» von Robert N. Proctor, das untersucht, wie Politik beeinflusst, was über Krebs bekannt ist und was nicht. Chassot verbindet ihre persönliche Erfahrung mit ihrer Ausbildung in englischsprachiger Literatur und Gender Studies. Ihr Interesse gilt dem Zusammenhang von Krankheit, kollektiven Narrativen und dem Verhältnis zwischen Intimem und Politischem. Sie analysiert wissenschaftliche Forschung ebenso wie literarische Texte und zeigt auf, wie Sprache Wahrnehmungen und Handlungen prägt – auch bei der eigenen Gesundheit. In Vorträgen, unter anderem in Spitälern, thematisiert sie insbesondere die Leerstelle nach der Behandlung: Die Vorstellung, Krebs sei ein zu lösendes Problem, verdecke oft die Zeit «danach».