Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Joseph Brodsky, 1940 in Leningrad geboren und 1996 in New York gestorben, wurde für viele Menschen im sowjetischen Russland zu einer Hoffnungsgestalt. Seine Poesie bekämpfte die herrschende Ideologie nicht ausdrücklich, sondern ignorierte sie. Nach einem international beachteten Prozess wurde er 1964 in den hohen Norden verbannt und 1972 aus der Sowjetunion ausgewiesen. In London empfing ihn Wystan Hugh Auden; später liess sich Brodsky in New York nieder und wurde Universitätsprofessor. Er schrieb Gedichte, Essays und Artikel zunächst auf Russisch, später auch auf Englisch. Die weltweit übersetzten Werke brachten ihm 1987 den Literaturnobelpreis ein. Die Anthologie folgt seinen poetischen Stationen von Leningrad und Archangelsk über Litauen und die Krim bis zu zahlreichen europäischen und amerikanischen Städten. Besonders präsent ist Italien: Brodsky schrieb über Rom, Florenz, die Toskana und vor allem Venedig, wo er über zwanzig Jahre jeden Winter einen Monat verbrachte.