Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Beat Kappeler schildert seinen Weg von praktischer Ökonomie im Familienbetrieb über keynesianische Universitätslehre zu einer angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. Er kritisiert die Vorstellung, staatliche Defizite könnten dauerhaft Wachstum und Beschäftigung erzeugen, und verweist auf Inflation und steigende Schulden seit den Krisen der 1970er Jahre. Reagan, Thatcher und die Zinspolitik Paul Volckers gelten ihm dagegen als Gegenmodell. Kappeler kritisiert zudem Finanzialisierung, lockere Bankbilanzen und die seit der Finanzkrise betriebene Geldschöpfung der Notenbanken. Tiefe Zinsen hätten Wertpapiere, Immobilien und andere Vermögenswerte verteuert und private wie staatliche Schulden verfestigt. Die Schweiz sei durch direkte Demokratie und Schuldenbremse besser geschützt als viele westliche Staaten. Dennoch gefährde die Politik der Nationalbank mit niedrigen Zinsen und Devisenkäufen die Solidität: Sie verstärke Baukonjunktur, Zuwanderung und Ungleichheit und finanziere indirekt Staatsschulden der USA und Europas. Kappeler plädiert für Vermögensbildung auch bei weniger Vermögenden statt zusätzlicher Umverteilung.