Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Westasien
Ernst Gräub wirft dem NZZ-Feuilleton vor, palästinensische Intellektuelle und Literatur weitgehend auszublenden. Anlass ist der Tod des Historikers Walid Khalidi, den Guardian und New York Times ausführlich würdigten, während die NZZ sein Werk laut Gräub nicht behandelte. Khalidi habe früh zentrale Deutungen des palästinensischen Exodus von 1948 widerlegt und mit Werken zur palästinensischen Geschichte Massstäbe gesetzt. Auch der Menschenrechtsaktivist und Autor Raja Shehadeh werde heute ignoriert, obwohl die NZZ seine Bücher 2002 und 2004 lobte. Gräub erinnert zudem an frühere, differenzierte Würdigungen von Mahmoud Darwish und Edward Said. Einen Wandel sieht er in neueren NZZ-Beiträgen, etwa zur Person Said. Als weiteres Beispiel nennt er Omer Bartovs Buch «Israel: What Went Wrong?», das international besprochen werde, in der NZZ aber nicht. Gräub fordert für die Palästina-Debatte mehr Kenntnis aktueller internationaler Literatur und unabhängige Stimmen.