Themen: Kultur/Feuilleton, KI/Digital
Regionen: International, International Unbestimmt
Silvia Henke verteidigt das Träumen als unwillkürliche Bewusstseinsaktivität und grundlegenden Unterschied zwischen Menschen und Maschinen. Entscheidend sei nicht, ob Träume schön oder gewalttätig ausfielen, sondern die Fähigkeit zu träumen als Ausdruck menschlicher Kreativität. Mit Bezug auf Paul Nizon, Ludwig Binswanger und Michel Foucault betrachtet sie den Traum als Quelle des Imaginären. Ein Werbeangebot für eines ihrer Bücher dient ihr als Gegenbeispiel: Eine angebliche Agentin schickte ihr einen KI-generierten Flyer mit geglättetem Porträt und redundanten Formulierungen; die weitere Promotion sollte ab 800 Euro kosten. Henke lehnte ab. Für sie zeigt das Angebot, wie KI berechenbare Wünsche anspricht, ohne Sinn oder Geschmack zu besitzen. Auch eine KI-Illustration zu einer Traum-Passage Nizons überzeugt sie nicht. Maschinen könnten Denken simulieren und Wünsche bedienen, argumentiert sie, aber weder selbstständig denken noch träumen.