Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, Afrika
Die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) bereiten laut Auswertungen von Satellitenbildern offenbar eine Einnahme der sudanesischen Stadt al-Ubajid in Kordofan vor. Die Miliz um Mohammed Hamdan Daglo soll die Stadt von Westen, Norden und Süden einkreisen sowie Tankstellen und Knotenpunkte des Stromnetzes angreifen. Spitäler mussten wegen Treibstoff- und Strommangel schliessen, Hilfslieferungen sind beeinträchtigt, und Probleme bei der Wasserversorgung erhöhen das Risiko für Krankheiten wie Cholera. In al-Ubajid leben nach Uno-Angaben rund eine halbe Million Menschen sowie etwa 100'000 Binnenvertriebene. Uno-Hochkommissar Volker Türk warnte vor eindeutigen Anzeichen möglicher RSF-Kriegsverbrechen. Nach der Eroberung von al-Faschir waren dort laut Uno Kennzeichen eines Völkermords zu beobachten. Die sudanesische Armee hat um al-Ubajid Verteidigungsanlagen errichtet; Ausgang und Tempo einer Offensive bleiben offen. Vermittlungsversuche scheiterten bisher. Die SAF erhält unter anderem Unterstützung aus Ägypten, Iran, Türkei und Russland, die RSF vor allem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten über ein Netzwerk in Libyen.