Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Gottlieb Duttweiler, Gründer des Landesrings der Unabhängigen und der Migros, löste vor 75 Jahren in Zürich einen Taxi-Konflikt aus. Er hielt die etablierten Taxiunternehmen für zu teuer und zu dominant und schickte deshalb hundert eigene, günstigere gelbe VW-Käfer auf die Strassen der Stadt. Die Taxi-Verbände wehrten sich erbittert mit Protesten, Blockaden und juristischen Mitteln gegen die neue Konkurrenz. Einen Höhepunkt erreichte der Streit am 27. Juli 1951 im Zürcher Volkshaus: Vor Hunderten Taxifahrern und Schaulustigen geriet Duttweiler mit dem Taxiunternehmer G. Winterhalder aneinander. Die Auseinandersetzungen waren heftig und wurden von politischem Druck begleitet. Am Ende scheiterte Duttweilers Vorhaben. Die gelben VW-Käfer verschwanden wieder aus dem Stadtbild, während die bestehenden Strukturen im Zürcher Taxigewerbe im Kern erhalten blieben. Der Konflikt zeigt den Widerstand der Branche gegen den Versuch, mit einem günstigeren Angebot in den lokalen Markt einzudringen.