Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa
Die Europäische Union hat die Sanktionen gegen den Schweizer Ex-Oberst Jacques Baud bis zum 9. Oktober 2027 verlängert. Baud steht seit dem 15. Dezember 2025 auf einer EU-Liste zu russischen «destabilisierenden Aktivitäten». Gegen ihn gelten ein Einfrieren von Vermögenswerten und Reisebeschränkungen. Die Liste umfasst 80 Personen und 20 Organisationen. Die EU wirft dem 71-Jährigen vor, in als prorussisch eingestuften Medien aufzutreten, Verschwörungstheorien zu verbreiten und russische Handlungen zu unterstützen, welche Demokratie, Stabilität und Sicherheit eines Drittstaats gefährdeten. Die konkrete Begründung wurde sprachlich angepasst; die zuvor ausdrücklich genannte Ukraine erscheint darin nicht mehr. Baud weist die Anschuldigungen zurück und erklärt, weder Beziehungen zu Russland noch Zahlungen aus Russland erhalten zu haben. Im März 2026 beantragte er beim EU-Gericht die Aufhebung seiner Listung. Baud, ein ehemaliger Schweizer Nachrichtendienstmitarbeiter und UNO-Mitarbeiter, kritisiert die westliche Ukrainepolitik und erreicht mit seinen Onlineauftritten ein grosses Publikum. Nach eigenen Angaben erschweren ihm die Sanktionen den Zugriff auf seine Pension und die Ausreise aus Belgien.