Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Bildung
Regionen: International, Europa
Belgische Studierende arbeiten zunehmend ganzjährig statt bloss saisonal. Seit Januar 2025 erlaubt der Studierendenvertrag bis zu 650 Arbeitsstunden pro Jahr bei reduzierten Sozialabgaben für Arbeitgeber, ohne Arbeitslosen- oder Rentenansprüche für die Beschäftigten. Rund 649’000 Studierende arbeiten neben dem Studium. Betroffene schildern lange Arbeitswochen, kurzfristige Einsätze, fehlende schriftliche Verträge, ausstehende Löhne und Unfälle ohne ausreichende Absicherung. Die Erwerbsarbeit kann finanzielle Engpässe lindern, beeinträchtigt laut angeführten Untersuchungen jedoch häufig Studium und soziale Beziehungen. Arbeitgeber ersetzen insbesondere in Gastronomie und Dienstleistungen zunehmend Festangestellte durch günstiger und flexibler einsetzbare Studierende; im Horeca-Sektor stellten diese 2025 bereits 33,6 Prozent der Beschäftigten. Gewerkschaften sehen darin eine Segmentierung des Arbeitsmarkts und eine Schwächung der Sozialversicherungen. Während liberale und nationalistische Parteien das Modell mit Autonomie und Arbeitskräftemangel begründen, fordern Studierendenorganisationen teils weniger zulässige Stunden oder einen Studierendenlohn.