Themen: Gleichstellung, Demokratie
Regionen: International, Europa
In Vaduz haben Demonstrierende gegen das Veto von Erbprinz Alois gegen eine Fristenregelung für Schwangerschaftsabbrüche protestiert. Das Initiativkomitee «Fristenregelung in Liechtenstein» hatte im Juni eine Unterschriftensammlung gestartet und knapp 5000 Unterschriften gesammelt. Die Vorlage verlangte, Abbrüche während der ersten drei Monate zuzulassen. Anfang September stimmte der Landtag mit 13 zu 12 Stimmen dafür. Der Erbprinz verweigerte jedoch die Sanktionierung des Entscheids, weil eine Fristenlösung aus seiner Sicht den Schutz ungeborenen Lebens nicht gewährleiste. Bei einem friedlichen Umzug vom Peter-Kaiser-Platz in Richtung Schloss Vaduz kritisierten Teilnehmende den Entscheid als Machtbeweis gegen Frauen und als Missachtung von Parlament und Teilen der Wählerschaft. Schwangerschaftsabbrüche bleiben damit illegal und strafbar. Seit 2015 dürfen Liechtensteinerinnen jedoch rechtmässig ins Ausland reisen, um einen Abbruch vornehmen zu lassen.