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Leitartikel: Mehr Zeit für alle | WOZ Die Wochenzeitung

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Leitartikel: Mehr Zeit für alle | WOZ Die Wochenzeitung

Themen: Gleichstellung, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Die Kritik an angeblicher «Lifestyle-Teilzeit» ist laut Merièm Strupler ein Ausdruck patriarchalen Neoliberalismus. Friedrich Merz hatte Viertagewoche und Work-Life-Balance als Gefahr für den Wohlstand bezeichnet; der Schweizerische Arbeitgeberverband sieht insbesondere bei über Fünfzigjährigen ungenutztes Arbeitskräftepotenzial. Dem stellt Strupler die Frage entgegen, wem diese Arbeitskraft und der damit geschaffene Wohlstand dienen sollen. Arbeitszeitverkürzung sei historisch eine zentrale Forderung der Arbeiter:innenbewegung. Lohnarbeit lasse sich zudem nicht von unbezahlter Sorgearbeit trennen: Kinderbetreuung, Pflege, Reinigung und Essenszubereitung trügen die Wirtschaft, würden aber häufig schlecht oder gar nicht bezahlt. Die wachsende Teilzeitarbeit seit 1991 hänge vor allem damit zusammen, dass mehr Frauen zusätzlich zur Haus- und Care-Arbeit einer Erwerbsarbeit nachgehen. Die feministische Bewegung habe 1991 und 2019 je rund eine halbe Million Menschen mobilisiert und rufe für 2027 zu einem Care-Streik auf. Als Perspektive nennt der Text Zeitgerechtigkeit und Frigga Haugs Vier-in-einem-Modell.

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