Themen: Gleichstellung, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Rund 250 Personen haben in Vaduz gegen das Veto von Erbprinz Alois gegen eine Liberalisierung des Abtreibungsrechts demonstriert. Der Prinz verhinderte damit erstmals in seiner Regierungszeit eine Gesetzesreform, die der Landtag Anfang September mit 13 zu 12 Stimmen unterstützt hatte. Vorausgegangen war eine Volksinitiative, für die seit Juni knapp 5000 Unterschriften gesammelt worden waren; erforderlich gewesen wären 1000. Sie verlangte, Schwangerschaftsabbrüche in den ersten drei Monaten legal zu machen. Das Fürstenhaus erklärte, Alois halte die vorgeschlagene Reform nach sorgfältiger Prüfung für unvereinbar mit einem ausreichenden Schutz des ungeborenen Lebens als grundlegendem Rechtswert. Das Komitee hinter der Initiative warf ihm vor, Parlament und einen Viertel der Stimmberechtigten ignoriert zu haben. Abtreibungen sind in Liechtenstein grundsätzlich verboten und nur ausnahmsweise erlaubt. Durchführende Personen riskieren bis zu drei Jahre Haft; Frauen können bei einem Abbruch ohne Hilfe zu einem Jahr Gefängnis verurteilt werden. Reisen ins Ausland bleiben möglich.