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Literatur: Wie ein Mähdrescher | WOZ Die Wochenzeitung

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Literatur: Wie ein Mähdrescher | WOZ Die Wochenzeitung

Themen: Kultur/Feuilleton

Regionen: International, Nordamerika

Madeline Cashs Romandebüt «Verlorene Schäfchen» erzählt von einer religiös geprägten US-Mittelstandsfamilie, deren Beziehungen und Werte brüchig geworden sind. Mutter Catherine kifft in der Badewanne, Vater Bud hat sich in die Garage zurückgezogen und wirkt depressiv; ihr offenes Beziehungsarrangement erfasst auch das Umfeld. Die drei Töchter sind ebenso zugespitzt gezeichnet: Harper neigt zur Gewalt, Louise leidet unter ihrer Stellung als mittlere Tochter, und Abigail ist mit einem Exsoldaten zusammen. Neben diesen Figuren wird ein Krimiplot eingeflochten. Cash erzähle das provinzielle Kleinstadtleben in hohem Tempo, mit Sarkasmus und einer dichten Folge von Pointen. Gerade die Figuren machten den Reiz des Romans aus. Trotz des Vergnügens bleibe der Stoff nach dem Lesen jedoch kaum haften. Die aussergewöhnlich euphorische Aufnahme in Medien und Literaturbetrieb erscheint deshalb als Effekt einer algorithmisch verstärkten Aufmerksamkeitslogik.

www.woz.ch

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