Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Südamerika
Die brasilianische Arbeiterpartei hat Präsident Luiz Inácio Lula da Silva am Sonntag in São Paulo erneut als Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen nominiert. Der bald 81-Jährige liegt laut Umfragen klar vor Flávio Bolsonaro, dem Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Dieser verbüsst wegen eines versuchten Staatsstreichs eine 27-jährige Haftstrafe. Flávio Bolsonaro erhält laut Darstellung weder die volle Unterstützung seiner eigenen Partei noch jene des Militärs, der Wirtschaft und der einflussreichen Evangelikalen. Für den ersten Wahlgang am 4. Oktober werden Lula 40 Prozent und Bolsonaro 32 Prozent der Stimmen vorausgesagt. In einer Stichwahl am 25. Oktober würde Lula demnach deutlich gewinnen. Ein erneuter Sieg Lulas würde Brasilien zu einem der wenigen lateinamerikanischen Länder machen, die nicht in ein rechtes, rechtspopulistisches oder rechtsextremes Lager abgerutscht seien. Brasilien hat rund 210 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner und ist flächenmässig das grösste Land Lateinamerikas.