Themen: Partei-Politik, Demokratie
Regionen: International, Südamerika
Luiz Inácio Lula da Silva ist mit rund 51,8 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten Brasiliens gewählt worden, während Senator Flávio Bolsonaro 48,2 Prozent erhielt. Das oberste Wahlgericht bestätigte Lula als 40. Präsidenten der Republik; er ist damit der erste brasilianische Staatschef mit vier gewählten Amtszeiten. Lula drehte zudem den Rückstand aus dem ersten Wahlgang, in dem Bolsonaro knapp vor ihm gelegen hatte. Bolsonaro erkennt die Niederlage nicht an und will die Stichwahl annullieren lassen. Er kritisiert insbesondere die zweistündige Verlängerung der Abstimmung und spricht von während des Urnengangs geänderten Regeln. Seine eigene Kampagne hatte wegen schlechten Wetters ebenfalls eine Verlängerung verlangt. Lula verwies auf Probleme beim Zugang zum öffentlichen Verkehr. Wahlgerichtspräsident Kassio Nunes Marques erklärte, die Verlängerung habe das Ergebnis nicht verändert. Lula kündigte die Zusammenarbeit mit dem rechts dominierten Kongress an. Auch im Ausland wurde abgestimmt: In Zürich und Genf waren 27'000 brasilianische Wahlberechtigte registriert.