Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Tessin
Die Tessiner Staatsanwaltschaft hat zwei Polizisten wegen Amtsmissbrauchs und Tätlichkeiten angeklagt. Sie beurteilt die Fesselung einer Lehrerin bei einer nicht bewilligten pro-palästinensischen Demonstration am 13. Oktober 2025 in Camignolo als unverhältnismässig. Beschuldigt sind der Einsatzleiter der Kantonspolizei, der die Fesselung angeordnet und ausgeführt haben soll, sowie ein Beamter der Stadtpolizei Lugano, der daran beteiligt gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft beantragt bedingte Geldstrafen von 15 beziehungsweise 10 Tagessätzen mit zweijähriger Probezeit, zusätzlich eine Busse und Gerichtskosten. Die Beschuldigten haben zehn Tage Zeit für eine Einsprache; bis zu einem rechtskräftigen Entscheid gilt die Unschuldsvermutung. Die Demonstrantin hatte Strafanzeige erstattet. Der Staatsrat hatte den Einsatz zuvor als nötig zur Sicherung eines Bereichs für den anwesenden Bundesrat Ignazio Cassis verteidigt.