Themen: Kultur/Feuilleton, Reisen & Ferne Welt, Umwelt
Regionen: International, Nordamerika
Pauline Quierzy wanderte 2019 gemeinsam mit Frédéric Herbain auf dem Continental Divide Trail durch die USA. Aus dieser langen, körperlich fordernden Reise entstand «Il était une fois l’Ouest sauvage», ein mehr als 800 Seiten umfassender Reisebericht. Das Buch bewegt sich zwischen Naturtagebuch, Langstreckenabenteuer und einer Betrachtung des menschlichen Verhältnisses zur lebendigen Umwelt. Die Besprechung hebt seine Langsamkeit als zentrale Qualität hervor: Wer zu Fuss reist, erfährt Landschaften, Begegnungen und Zeit anders als beim Fliegen, Zugfahren oder Velofahren. Quierzy stellt diesem Vorgehen das amerikanische Ideal von Arbeit, Beschleunigung und Kapitalvermehrung entgegen. Als Sinnbild wählt sie den Mustang, ein Tier, das Raum beansprucht, ohne wirtschaftlichen Nutzen zu bringen. Ihre poetische Sprache würdigt den wilden Westen als erhaltenen Naturraum und ordnet den Menschen als Teil eines Ökosystems ein, ohne moralisierend aufzutreten.