Themen: Kultur/Feuilleton, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
Marion Le Corrollers erster Langfilm «Sanguine» folgt Margot, die nach dem Studium als Assistenzärztin in einer Notaufnahme beginnt. Ihr Vater setzt grosse Hoffnungen in sie, doch die Abteilung wird von einer als abweisend gezeichneten erfahrenen Ärztin geführt, die angeblich die besten Mediziner ausbildet. Zu Margots ersten Patientinnen gehört eine Traderin mit chronischer Schlaflosigkeit und einer rätselhaften nässenden Wunde am Rücken. Kurz darauf schwitzt Margot Blut. Eine Epidemie scheint junge Erwachsene zu befallen und ihre Körper so zu quälen, dass sie sich den Anforderungen besonders belastender Berufe fügen. Der Film nutzt Körperhorror, um die Härte der Arbeitswelt über die Haut sichtbar zu machen. «Sanguine» steht damit in einer aktuellen französischen fantastischen Filmtradition, die nicht auf Andeutungen setzt, sondern das Grauen unmittelbar ausstellt.