Themen: Partei-Politik, KI/Digital, Demokratie
Regionen: International, Europa
Das Filmkunstkollektiv produziert Wahlkampfbilder für den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt und begleitet ihn bei Moped-Ausfahrten, Parteitagen und Auftritten. Fotos und Videos verbreiten die AfD und ihre Politiker über soziale Medien, wo Siegmund hunderttausende Follower erreicht. Hinter dem 2021 gegründeten Verein stehen laut Recherche Aktivistinnen und Aktivisten aus der Identitären Bewegung sowie Verbindungen zu EinProzent und dem formell aufgelösten Institut für Staatspolitik. Mehrere Kameraleute nahmen an identitären Aktionen und Demonstrationen teil oder arbeiten für AfD-Abgeordnete. Obwohl die AfD eine Zusammenarbeit mit der Identitären Bewegung formell untersagt, berichten AfD-Insider und Beobachter von Aufträgen der Landtagsfraktion zwischen 5000 und 30'000 Euro. Einzelne Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit müssten in den Rechenschaftsberichten nicht gesondert ausgewiesen werden. Die AfD Sachsen-Anhalt beantwortete Fragen zu Aufträgen und Filmtechnik nicht. Kommunikationsberater Johannes Hillje sieht in dem Kollektiv ein Beispiel für die Professionalisierung rechtsextremer Medienarbeit.