Themen: Migration/Asyl, Partei-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Eine Datenanalyse für Sachsen-Anhalt stellt die AfD-Erzählung einer «ungezügelten Massenzuwanderung» den verfügbaren Kennzahlen gegenüber. In Landkreisen mit besonders hoher AfD-Zustimmung leben demnach vergleichsweise wenige Ausländerinnen und Ausländer: im Saalekreis 6,3 Prozent, in Anhalt-Bitterfeld 6,9 Prozent, in Stendal 6,1 Prozent und in Mansfeld-Südharz 4,6 Prozent. Auch die registrierte Kriminalität und die Arbeitslosigkeit seien vielerorts gesunken. Im Saalekreis fiel die Arbeitslosenquote laut Bundesarbeitsagentur von 8,7 Prozent 2015 auf 6,9 Prozent 2026. Gleichzeitig weist Sachsen-Anhalt mit rund neun Prozent einen hohen Wohnungsleerstand auf; in mehreren genannten Landkreisen liegt er zwischen 7,5 und 10,4 Prozent. Als zentrale Probleme nennt die Analyse die Abwanderung und schrumpfende Bevölkerung. Bis 2040 könnte die Einwohnerzahl von 2,9 Millionen kurz nach der Wende auf 1,8 Millionen sinken. Sorgen vor Veränderung und Bedeutungsverlust könnten migrationsfeindliche Einstellungen und die Zustimmung zu rechtsextremen Parteien begünstigen.